Von drauß‘ vom Walde komm ich hier

Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr ….

Ich gebe zu: Ich liebe die Adventszeit. Das Dekorieren, die Plätzchen, die Kerzen, die Lichter überall, die Musik. Was für viele Stress bedeutet, ist für mich die schönste Zeit im Jahr. Heute, zum Nikolaustag, gibt es für euch aus diesem Grund ein paar Gedanken zu dem Wesen mit der roten Kutte und seinen vielen Erscheinungsbildern.

Klar, der Weihnachtsmann, wie wir ihn heute überall sehen, ist von Coca Cola erfunden worden. Doch ob Weihnachtsmann, Christkind oder Nikolaus, ein Wesen, das braven Menschen Geschenke bringt, gibt es überall auf der Welt. In meiner wunderschönen Wahlheimat beispielsweise besucht an Weihnachten das Christkind viele Familien. Doch auch das Äquivalent zum Weihnachtsmann, der Chlaus, darf Geschenke verteilen. Und am Nikolaustag ist es der Samichlaus, der um die Häuser zieht und Nüsse, Früchte und guten Rat mitbringt.

Der Nikolaus-Brauch geht auf den Bischof Nikolaus zurück, der im 4. Jahrhundert in Myrna, ein Ort, der heute innerhalb der türkischen Grenzen liegt, lebte. St. Nikolaus jedenfalls half den Armen. Er beschenkte also nicht einfach jeden, der das Jahr über gut war. An einigen Orten gibt es noch Nikoläuse, die eben nicht wie ein Weihnachtsmann aussehen, sondern wirklich wie ein Bischof gekleidet sind. Doch die beiden Figuren verschwimmen immer mehr.

Wie heißt er denn, der Geselle?

Der Begriff Santa Claus für den Weihnachtsmann übrigens stammt ursprünglich vom niederländischen Sinterklaas – Heiliger Klaus – ab. In Luxemburg heißt er Kleeschen, also Kläuschen, in Tschechien und der Slowakei wird er Mikuláš genannt, in Polen Mikolaj. Hier merkt man den Bezug zum Nikolaus sehr deutlich.

Der Weihnachtsmann hat aber auch seine sprachliche Tradition. In Frankreich ist er derPère Noël, im Englischen heißt er Father Christmas und Babbo Natale im Italienischen. Schön finde ich auch Väterchen Frost oder Ded Moros, wie die Russen sagen. Father Frost, Jack Frost oder Old Man Winter finden wir auch in Großbritannien. Die Finnen sagen gar Joulupukki – Weihnachtsbock –, und die chilenischen Kinder freuen sich auf den Viejo Pascuero, den alten Hirten.

Und wer sich nicht zu benehmen weiß, bekommt die Wut des Knecht Ruprecht, Krampus, des Tuifl oder des Zwarte Piet zu spüren.

 

An einigen Orten bringen auch das Christkind, das Jesuskind, die Heiligen drei Könige, die Befana – eine alte Witwe – oder ein Köhler, den man Olentzero nennt, die Geschenke.

Doch egal, wie der Geselle nun heißt, mit dem wir das Jahr ausklingen lassen oder beginnen, der Gedanke der Weihnacht ist überall gleich. Es geht darum, an die Menschen zu denken, die einem wirklich wichtig sind.

In diesem Sinne:

Euch allen einen tollen Nikolaustag.